Gesundheit und Fitness

Eichenprozessionsspinner: Gesundheitsrisiko erkennen und sich schützen

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Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen sich vor allem von Eichenblättern ernähren. Charakteristisch ist ihr Verhalten: Die Tiere ziehen in langen Reihen, also in Prozession, gemeinsam über Stamm und Äste. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen feine Brennhaare aus, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Härchen sind das eigentliche Problem für den Menschen.

Warum die Brennhaare gefährlich sind

Die Brennhaare brechen leicht ab und werden vom Wind über größere Entfernungen getragen. Sie haften an Haut, Kleidung und Schleimhäuten. Typische Reaktionen sind Hautausschlag mit starkem Juckreiz, Rötungen und Quaddeln. Gelangen die Härchen an die Augen, kann es zu Bindehautentzündungen kommen. Werden sie eingeatmet, sind Reizungen der Atemwege, Husten und in seltenen Fällen Atemnot möglich. Empfindliche Personen können allergisch reagieren.

Besonders tückisch ist, dass auch alte Nester gefährlich bleiben. Die Brennhaare verlieren ihre reizende Wirkung über Jahre kaum, sodass verlassene Gespinste an Stämmen weiterhin ein Risiko darstellen.

Wo der Befall auftritt

Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt freistehende, besonnte Eichen, etwa an Waldrändern, Alleen, Spielplätzen und entlang von Wegen. Mit den steigenden Temperaturen der vergangenen Jahre hat sich die Art in vielen Regionen ausgebreitet. Wer wissen möchte, ob in der eigenen Umgebung Befall gemeldet wurde, kann sich auf eichenprozessionsspinnerkarte.de einen Überblick verschaffen. Eine solche Karte hilft, Aktivitäten im Freien bewusster zu planen und gefährdete Bereiche zu meiden.

So schützen Sie sich im Alltag

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken:

• Halten Sie Abstand zu befallenen Bäumen und berühren Sie keine Nester oder Raupen.

• Tragen Sie bei Aufenthalt in Risikogebieten lange Kleidung, die Hals, Arme und Beine bedeckt.

• Vermeiden Sie es, sich an betroffenen Stellen auf Bänken oder im Gras niederzulassen.

• Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte an befallenen Alleen nicht anhalten und den Mund geschlossen halten.

• Lassen Sie Kinder nicht in der Nähe von Gespinsten spielen.

Was tun nach dem Kontakt?

Hatten Sie Kontakt mit den Härchen, sollten Sie nicht kratzen, da das die Reizung verstärkt. Wechseln Sie die Kleidung und waschen Sie sie bei hoher Temperatur. Duschen Sie gründlich und spülen Sie die Haare aus. Die Augen lassen sich mit klarem Wasser ausspülen. Bei starkem Juckreiz helfen kühlende Umschläge sowie Präparate aus der Apotheke. Treten Atembeschwerden, Schwindel oder ausgeprägte allergische Reaktionen auf, suchen Sie ärztliche Hilfe auf.

Nester niemals selbst entfernen

Das Beseitigen von Nestern gehört in die Hände von Fachleuten mit Schutzausrüstung. Wird ein Gespinst aufgewirbelt, verteilen sich die Brennhaare großflächig. Melden Sie einen Befall an Bäumen im öffentlichen Raum der zuständigen Stelle Ihrer Gemeinde, damit eine fachgerechte Entfernung veranlasst werden kann.

Bewusst draußen aktiv bleiben

Der Eichenprozessionsspinner sollte niemanden davon abhalten, sich in der Natur zu bewegen. Wer die Risikozeit von etwa Mai bis Juli kennt, befallene Bäume meidet und auf seine Kleidung achtet, kann das Risiko gut beherrschen. Information ist dabei der wichtigste Schutz. Je besser bekannt ist, wo der Befall auftritt, desto leichter lassen sich Spaziergänge, Radtouren und Trainingsrunden sicher planen.