Was ist flyoga eigentlich genau?
Flyoga, oft auch als Aerial Yoga bezeichnet, ist eine relativ junge Form des Yoga. Der große Unterschied zum klassischen Yoga auf der Matte liegt in der Verwendung eines großen, weichen Tuchs, das von der Decke hängt. Dieses Tuch, oft als „Hängematte“ bezeichnet, unterstützt dich bei den Übungen. Du benutzt es, um dich zu stützen, dich tiefer in Dehnungen zu bringen oder eben, um dich komplett darin aufzuhängen.
Es ist eine faszinierende Kombination. Einerseits nutzt du die erdende Kraft und die Prinzipien des traditionellen Yoga, also Atmung und Achtsamkeit. Andererseits kommt die Leichtigkeit und die spielerische Komponente der Luftakrobatik hinzu. Dieses Schweben im Tuch eröffnet dir neue Möglichkeiten, Haltungen einzunehmen, die am Boden schwerfallen.
Der große Vorteil: Entlastung der Gelenke
Viele Menschen, die mit Yoga beginnen oder wieder einsteigen wollen, haben Probleme mit Gelenken wie Knien oder Hüften. Oder sie kämpfen mit Rückenschmerzen. Genau hier zeigt das Tuch seine Stärke. Wenn du dich in das Tuch setzt oder hineinlegst, nimmt es einen Großteil deines Körpergewichts auf. Das ist ein fantastisches Gefühl, besonders wenn du dich tief strecken möchtest, ohne Druck auf deinen unteren Rücken auszuüben. Stell dir vor, du machst eine Vorbeuge, aber dein Becken wird sanft gehalten. Das ist die Magie von Flyoga. In unserem Beitrag erfährst du, wie Aero Yoga dir dabei hilft, Flexibilität und Haltung zu verbessern.
Wenn du zum Beispiel eine Haltung übst, bei der du normalerweise dein ganzes Körpergewicht auf deinen Handgelenken hast, wie beim herabschauenden Hund, kannst du im Flyoga das Tuch unter deinen Hüften nutzen. Das entlastet die Arme und den Nacken sofort. Das ist ein großer Unterschied, wenn du nach einer Stunde Yoga ohne Schmerzen aus der Stunde kommen möchtest.
Deine typischen bedenken und wie du sie überwindest
Wenn ich mit Leuten über das erste Mal Flyoga spreche, tauchen fast immer die gleichen Fragen auf. Diese Sorgen sind berechtigt, und es ist wichtig, dass du weißt, wie man damit umgeht.
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„Ich habe Angst vor der Höhe oder davor, kopfüber zu hängen“
Das ist die häufigste Sorge, und das kann ich gut verstehen. Kopfüber in der Luft zu hängen klingt für viele erstmal beängstigend. Aber hier kommt der beruhigende Teil: Im Flyoga-Kurs lernst du alles in deinem eigenen Tempo. Niemand zwingt dich, sofort in die Umkehrhaltung zu gehen. Am Anfang arbeitest du sehr viel mit dem Tuch auf Hüfthöhe oder sogar auf dem Boden, um dich an das Gefühl des Stoffes zu gewöhnen.
Die Umkehrhaltungen, also wenn dein Kopf unterhalb deines Herzens ist, werden schrittweise eingeführt. Dabei ist das Tuch immer da, um dich sicher zu halten. Es ist viel sicherer, als man denkt, weil das Tuch dich stabil umschließt. Es fühlt sich eher an, als würdest du sanft gehalten, als dass du fällst. Die Lehrer wissen genau, wie sie dich anleiten, damit du Vertrauen aufbaust. Denke daran: Der erste Schritt ist meist der schwerste. Schon nach wenigen Minuten spürst du oft, wie die Angst weicht und eine große Neugier entsteht.
„Bin ich nicht zu schwer oder nicht flexibel genug?“
Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis in vielen Yogastudios, und gerade beim Flyoga ist es besonders wichtig, das klarzustellen. Das Tuch ist extrem stabil. Es hält mehrere hundert Kilo aus, keine Sorge. Es ist dafür gemacht, dich und dein Gewicht sicher zu tragen. Du musst dir keine Gedanken über dein Gewicht machen. Die Hängematte ist dein bester Freund im Kurs.
Und was die Flexibilität angeht: Du musst nicht flexibel sein, um mit Flyoga anzufangen. Im Gegenteil! Flyoga ist eine wunderbare Methode, um deine Beweglichkeit sanft zu verbessern. Weil das Tuch die Schwerkraft nutzt, kannst du in Dehnungen gehen, die du am Boden vielleicht nicht schaffst. Wenn du also denkst, du bist „zu steif“, dann ist Aerial Yoga vielleicht genau das Richtige für dich, um diese Steifheit langsam aufzulösen. Die Übungen werden immer an deinen Körper angepasst.
Dein erster Flyoga-kurs: was erwartet dich?
Du hast dich entschieden, es auszuprobieren. Super! Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was du mitbringen musst und was in der ersten Stunde passiert. Hier ist eine kleine Orientierungshilfe, damit du dich entspannt auf den Weg machen kannst.
Was du anziehen solltest
Die Kleidung ist wichtig, damit du dich wohlfühlst und das Tuch nicht reibt. Verzichte auf alles, was zu locker ist. Ein weites T-Shirt kann verrutschen, wenn du kopfüber hängst, und das kann unangenehm sein. Wenn du mehr über die Praxis erfahren möchtest, schau dir unseren Beitrag zu Yoga Aerial an.
• Trage eng anliegende Sportkleidung. Eine Leggings oder eine kurze Sporthose, die bis über die Knie geht, ist ideal.
• Wähle ein Oberteil, das eng am Körper liegt, zum Beispiel ein Sporttop oder ein enganliegendes T-Shirt.
• Verzichte auf Schmuck. Ringe, lange Ketten oder große Ohrringe können sich leicht im Tuch verhaken oder daran hängen bleiben.
• Socken sind optional. Manche Studios erlauben barfuß, andere wünschen sich Gripsocken, damit du auf dem Boden nicht rutschst. Frage vorher kurz nach.
Wichtige Links
Ausgewählte Artikel und Quellen über Flyoga: Fliegende Yoga-Übungen für mehr Balance und Kraft – zu deiner Orientierung.
• FLYoga – Tub Bocholt 1907 e.V.
Der ablauf einer typischen Flyoga-stunde
Eine Stunde Flyoga ist meist anders aufgebaut als eine rein bodenbasierte Stunde. Es geht viel um das Zusammenspiel zwischen Bodenarbeit und Arbeit im Tuch.
• Ankommen und Erden: Die Stunde beginnt oft auf der Matte, wie beim normalen Yoga. Du atmest, kommst an und bereitest deinen Körper vor. Das hilft dir, den Geist zur Ruhe zu bringen.
• Einführung ins Tuch: Dann kommt der spannende Teil. Du lernst die verschiedenen Haltegriffe und wie du sicher ins Tuch einsteigst. Es geht darum, ein Gefühl für das Material zu entwickeln. Du übst, dich zu lagern und zu stabilisieren.
• Kräftigung und Dehnung: Jetzt nutzt du das Tuch, um Balance und Kraft aufzubauen. Du machst vielleicht tiefe Dehnungen im Tuch oder Stützpositionen, die deine Bauchmuskulatur fordern, während du gleichzeitig stabilisiert wirst.
• Die Umkehrung (optional): Wenn es sich für dich gut anfühlt, übst du die erste sanfte Umkehrhaltung. Oft ist es eine „Kindhaltung“ im Tuch, bei der dein Rücken sanft gedehnt wird.
• Entspannung: Die Stunde endet immer mit einer tiefen Entspannung im Tuch. Du wickelst dich komplett ein, sodass es sich anfühlt wie eine sanfte Wiege. Das ist oft der Moment, in dem die Teilnehmer sagen: „Das ist das Beste überhaupt.“
Tipps, um dein vertrauen im hängenden yoga zu stärken
Vertrauen ist der Schlüssel beim Flyoga, und das gilt sowohl für das Material als auch für dich selbst. Hier sind ein paar praktische Schritte, wie du dieses Vertrauen aufbauen kannst.
Beginne mit kleinen bewegungen
Wenn du das erste Mal im Tuch sitzt, bewege dich nicht sofort wild hin und her. Setz dich erst einmal hinein. Schaukel sanft vor und zurück. Fühle, wie das Tuch deinen Körper trägt. Es ist wichtig, dass dein Nervensystem lernt: „Ich werde gehalten.“ Du brauchst keine komplizierten Figuren zu üben. Das einfache Schaukeln ist schon eine Übung an sich.
Nutze die bodenstütze am anfang
Wenn du Übungen im Tuch machst, die dir noch unsicher sind, nutze den Boden als deine Basis. Du kannst zum Beispiel die Füße auf den Boden stellen, während du im Tuch hängst. Oder du stützt dich mit einer Hand am Boden ab, während du eine Drehung machst. Das gibt dir die Sicherheit, jederzeit sofort wieder „festen Boden“ unter dir zu haben. Die Freiheit im Flyoga kommt erst, wenn die Basis stabil ist.
Achte auf die atmung, wenn es wackelt
Gerade bei Balance-Übungen oder wenn du das erste Mal das Gefühl des Schwebens intensiv wahrnimmst, neigen Menschen dazu, die Luft anzuhalten. Das macht dich aber nur verspannter. Übe dich darin, tief in den Bauch zu atmen. Die Atmung ist dein Anker. Wenn du merkst, dass du die Luft anhältst, atme bewusst tief ein und lang aus. Das signalisiert deinem Körper, dass alles sicher ist.
Denke daran: Flyoga ist keine Wettkampfdisziplin. Es geht darum, Freude an der Bewegung zu finden und vielleicht auch mal loszulassen, was dich am Boden hält. Jeder Fortschritt, egal wie klein, ist ein Gewinn für dich und deinen Körper. Hab Geduld mit dir selbst, und genieße das Gefühl, einmal schwerelos zu sein.
häufig gestellte fragen
wie oft sollte ich flyoga üben?
Für den Anfang reicht es völlig aus, einmal pro Woche eine Stunde zu besuchen. Das gibt deinem Körper Zeit, sich an die neuen Belastungen zu gewöhnen und das Gefühl im Tuch zu verinnerlichen. Wenn es dir Spaß macht, kannst du später auf zweimal pro Woche steigern, um schneller Fortschritte zu machen.
muss ich ein eigenes yoga-tuch kaufen?
Nein, auf keinen Fall. Das ist nur für Fortgeschrittene oder Lehrer relevant. In jedem guten Aerial-Yoga-Studio wird dir das Tuch zur Verfügung gestellt und es wird sicher und professionell montiert sein. Du brauchst am Anfang nur deine Sportkleidung und vielleicht eine Trinkflasche.
was mache ich, wenn mir schwindelig wird?
Wenn dir beim ersten Mal schwindelig wird, besonders nach einer Umkehrhaltung, dann gehe sofort aus der Position heraus. Setze dich auf den Boden oder lehne dich an das Tuch und atme tief durch. Melde es deinem Lehrer. Das ist ein normales Zeichen dafür, dass sich dein Kreislauf an die neue Position gewöhnen muss, und es ist kein Grund zur Sorge.