was bedeutet das om überhaupt im yoga?
Wenn du zum ersten Mal mit Yoga in Berührung kommst oder schon länger dabei bist, aber die philosophischen Hintergründe nicht kennst, kann der Klang „Om“ (oft auch als „Aum“ geschrieben) etwas mysteriös wirken. Es ist weit mehr als nur ein Mantra, das man rezitiert. Im Yoga gilt Om als der ursprünglichste Klang des Universums. Stell es dir so vor: Bevor irgendetwas existierte, gab es diesen einzigen, alles durchdringenden Ton. Dieser Urklang ist die Essenz von allem, was ist, war und sein wird.
der klang als universelle schwingung
Im Hinduismus und Buddhismus wird Om als Pranava bezeichnet. Das bedeutet so viel wie „das, was vibriert“ oder „das, was das Leben erhält“. Wenn du Om singst, verbindest du deine persönliche Schwingung – deinen Atem, deine Gedanken – mit dieser universellen Schwingung. Das ist der Grund, warum viele Yogalehrende betonen, dass das Chanten von Om hilft, dich zu zentrieren. Es geht darum, die innere Unruhe loszulassen und eine tiefere Verbindung zu spüren, egal ob du dich gerade im Alltag gestresst oder unkonzentriert fühlst.
Viele Menschen, die das erste Mal das volle „Yoga Om“ singen, sind überrascht von der Intensität. Du merkst, wie die Vibrationen durch deinen Körper wandern, oft im Brustkorb oder im Rachen. Das ist kein Zufall. Es ist die Resonanz des Klanges in deinem physischen Körper. Wenn du nach einem Weg suchst, dich nach einer anstrengenden Woche im Büro zu erden, kann dir diese einfache Übung helfen, deinen Geist zu beruhigen und deine persönliche yogapraxis zu vertiefen.
wie singt man das om richtig? die vier phasen
Oftmals besteht die größte Unsicherheit darin: Mache ich das Geräusch richtig? Die gute Nachricht ist: Es gibt kein „falsch“, wenn du es von Herzen singst. Dennoch hilft es, die Struktur zu verstehen, denn das Aum besteht aus drei Lauten und einer Pause, die zusammen ein Ganzes ergeben.
1. der anfangslaut: „a“
Beginne mit einem tiefen, offenen „A“. Stell dir vor, der Klang kommt aus deinem Bauch, aus deinem tiefsten Zentrum. Öffne den Mund dabei leicht. Dieser Teil repräsentiert den Zustand des Wachens, das, was du gerade bewusst erlebst.
VIDEO: Finde innere Ruhe & Gelassenheit I Meditation zum Loslassen
2. der mittlere laut: „u“
Gehe fließend vom „A“ zum „U“ über. Deine Lippen formen sich dabei leicht, der Klang wandert nach oben in den Rachenraum. „U“ steht für den Traumzustand, das Unterbewusste. Es ist der Übergang, die Bewegung zwischen den Polen. Erfahre mehr über die Om Yoga Praxis.
Weiterführende Lektüre
Vertiefe dich weiter in Yoga OM: Finde innere Ruhe und Harmonie mit einigen sorgfältig ausgewählten Links.
• OM AH HUM Mantra – mehr innere Ruhe und Harmonie! – Lotus …
• Yoga für Krebspatienten: Finde innere Ruhe und Vertrauen *Online …
3. der endende laut: „m“
Der letzte Laut ist das Summen, das „M“. Du schließt sanft den Mund, aber der Ton schwingt weiter. Du spürst die Vibration deutlich an deinen Lippen und in deiner Nasenhöhle. Das „M“ symbolisiert den tiefen, stillen Schlaf, den Zustand ohne Träume – die tiefste Ruhe.
4. die stille nach dem klang
Das vielleicht Wichtigste ist die Pause danach. Nachdem das Summen verklungen ist, halte die Stille. Atme nicht sofort wieder ein. Diese kurze, bewusste Stille nach dem „Aum-Singen“ ist der eigentliche Ort der Integration. Hier verweilt dein Geist nach der intensiven Vibration. Das ist der Moment, in dem du die heilende wirkung des om im yoga am deutlichsten spüren kannst.
praktische tipps für dein erstes om-singen
Du denkst vielleicht, dass du eine schöne Stimme haben musst, um Om zu singen. Das ist überhaupt nicht wichtig. Es geht um die Resonanz, nicht um die Melodie. Wenn du zum ersten Mal übst oder es in deine morgendliche Routine integrieren möchtest, beachte diese einfachen Schritte:
• Finde deinen Ort: Setze dich bequem hin. Ob im Lotussitz oder einfach auf einem Stuhl mit geradem Rücken – dein Fundament sollte stabil sein. Schließe sanft die Augen.
• Atemzug vorbereiten: Atme tief durch die Nase ein. Lass den Bauch sich dabei heben. Visualisiere, wie du frische Energie aufnimmst.
• Lang ausatmen und klingen: Öffne den Mund leicht und beginne, das „A-U-M“ langsam und gleichmäßig auszuatmen. Lass das „M“ so lange wie möglich summen.
• Die Dauer variieren: Am Anfang ist es in Ordnung, wenn dein Om nur 3 Sekunden dauert. Ziel ist es, jeden Laut gleichmäßig lang zu halten. Wenn du geübter bist, versuche, auf vier bis sechs Sekunden zu kommen.
• Fokus auf die Vibration: Spüre, wo der Klang dich berührt. Wandert er in deine Hände, deinen Kopf, deinen Bauch? Akzeptiere, wo die Schwingung entsteht.
Wenn du merkst, dass du beim Singen verkrampft atmest, unterbrich es. Das Ziel ist Entspannung, nicht Anstrengung. Wenn du das Gefühl hast, dass das Singen im Stehen oder im Liegen (Savasana) angenehmer ist, probiere das aus. Es geht darum, das om singen als entspannungstechnik zu etablieren.
häufige stolpersteine und wie du sie umgehst
Es ist völlig normal, dass beim ersten Versuch Zweifel aufkommen. Vielleicht denkst du: „Ich klinge komisch“ oder „Ich kann nicht so lange summen.“ Das sind die Momente, in denen wir oft aufgeben, obwohl wir gerade etwas sehr Wertvolles berühren. Um diese Hürden zu meistern, kann es helfen, die tieferen Zusammenhänge und die Praxis des Spirit Yoga zu verstehen.
zweifel an der stimme
Viele Menschen sind gehemmt, weil sie Angst haben, sich selbst zu hören. Denk daran: Wenn du Om singst, singst du nicht für andere. Du singst für dein Nervensystem. Die Qualität deiner Stimme ist irrelevant. Wenn du dich gar nicht traust, laut zu singen, beginne leise, fast flüsternd, nur die Lippen vibrieren lassend. Das ist schon ein guter Anfang, um die innere Hürde abzubauen.
körperliche einschränkungen
Hast du Halsschmerzen oder fühlst dich müde? Dann ist es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt für lautes Chanten. Stattdessen kannst du die meditation mit der om-frequenz praktizieren. Das bedeutet, du konzentrierst dich beim Atmen einfach auf das innere Geräusch des Om, ohne es laut auszusprechen. Dein Geist erzeugt die Schwingung intern.
om im alltag anwenden
Du musst nicht auf der Matte sitzen, um davon zu profitieren. Fühlst du dich im Verkehr gestresst oder vor einem wichtigen Gespräch nervös? Nimm dir einen Moment, atme tief ein und summe innerlich das „A-U-M“ einmal komplett durch. Das ist dein sofortiges Werkzeug zur stressreduktion durch om.
häufig gestellte fragen
ist das om nur für yogalehrer gedacht?
Überhaupt nicht. Om ist ein universeller Klang, den jeder Mensch nutzen kann, unabhängig von seiner spirituellen oder yogischen Erfahrung. Es ist ein Werkzeug zur Erdung und Beruhigung des Atems, das dir jederzeit zur Verfügung steht.
was mache ich, wenn ich das „a“ oder „u“ nicht fühle?
Das ist oft eine Frage der Übung und der Entspannung. Versuche, den Mund weiter zu öffnen beim „A“ und die Zunge beim „U“ locker zu lassen. Wenn ein Laut dir widerstrebt, verweile länger bei den anderen und gehe dann langsam zum nächsten über. Es ist ein fließender Übergang, kein starres Abzählen.
soll ich nach dem om aufhören zu atmen?
Nein, nach dem Ende des Summens („M“) lässt du einfach ausatmen und erlaubst deinem Atem, in seinen natürlichen Rhythmus zurückzukehren. Die kurze Stille danach ist wichtig, aber du musst deinen Atem nicht anhalten, bis du Luft holen musst. Folge deiner natürlichen Atembewegung.